Ist die MPU ein Idiotentest?

Lueptitz

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, kurz MPU wird in der Bevölkerung häufig Idiotentest genannt, was aber dem Charakter der heutigen Untersuchung nicht gerecht wird. Zu einer MPU werden überwiegend Kraftfahrer eingeladen, die im Straßenverkehr zu Auffälligkeiten wie

  • Alkohol am Steuer

  • Illegale Drogen am Steuer

  • Verkehrsauffälligkeiten

neigten. Wer mit mehr als 1,6 Promille Alkohol im Blut im Straßenverkehr erwischt wird, wird ebenso wie jemand, der als Geisterfahrer auf die Autobahn fährt, mit einer Aufforderung zur MPU rechnen müssen, wenn er den abgenommenen Führerschein wiederhaben möchte.

6 Monate ist der Führerschein allerdings erstmal weg.

MPU ist ein anspruchsvoller Test

Eine MPU ist ein anspruchsvoller Test, der meist über 3 bis 4 Stunden geht und weder von Idioten noch von besonders klugen Menschen mit Sicherheit im ersten Anlauf bestanden wird. Die Durchfallquote betrug die letzten Jahre zwischen 40 und 50%, lediglich bei einem kleinen Teil davon konnte nach Nachschulung der Führerschein ausgehändigt werden. Ein großer Teil der Prüflinge geht mehrmals zur MPU, weil im ersten und teilweise auch im zweiten Anlauf nicht bestanden wird.

Ohne richtige Vorbereitung wird das mit der MPU meist nichts

Die Profis von www.mpu-frankfurt-main.de, die jeden Tag in Frankfurt Menschen auf die MPU vorbereiten, wissen: „Ohne richtige Vorbereitung wird das meist nichts“. Das liegt nicht so sehr an den Reaktionstests oder der medizinischen Untersuchung, die erfolgt, sondern an dem meist langen psychologischen Gespräch, welches die Prüfer mit den Kraftfahrern führen. Dabei geht es darum, um die Situation zu sprechen, die zum Führerscheinverlust geführt hat und auch darum, auszuloten, ob der Prüfling das Fehlverhalten vielleicht später nochmal an den Tag legt. Mit auswendig gelernter Einsicht und Reue kommt man allerdings nicht weiter, weil die Prüfer Fangfragen stellen und auch versuchen, auswendig gelernte Konzepte zu unterbrechen. MPU Berater bereiten die Prüflinge auf diese Situation vor und üben ggf. auch die Prüfsituation unter realistischen Bedingungen.

Mit „Idiotentest“ hat die MPU schon lange nichts mehr zu tun. Die Bezeichnung basiert vermutlich noch auf den 60er-Jahren, als man Führerscheinprüflinge, die mehrfach durchgefallen sind, einem solchen Test unterziehen wollte. Heute kann bei einer MPU auch der hochintelligente Akademiker landen, der einmal im Leben auf der Weihnachtsfeier zu tief ins Glas geschaut hat.